access_time veröffentlicht 21.06.2018

Neue orale Antikoagulantien (NOAK) bei Niereninsuffizienz

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Praxisrelevant

Neue orale Antikoagulantien (NOAK) bei Niereninsuffizienz

21.06.2018

Eine ausgezeichnete Review erinnert uns daran, dass keine der grossen randomisierten Zulassungsstudien die Wirksamkeit von NOAK (siehe Abbildung 1) beim Vorhofflimmern und bei thromboembolischen Erkrankungen bei eGFR <30 ml/­min zuverlässig untersucht hatte.

Hier haben also die Kumarine mit häufiger INR-Kontrolle einen wichtigen therapeutischen Platz.

Es scheint deshalb angebracht, zur Vorsicht zu mahnen, denn die meisten Über-Antikoagulationen durch NOAK kommen bei PatientInnen häufig unvorhersehbar vor wie im Rahmen akuter Verschlechterungen der Niereninsuffizienz z.B. durch Volumenverluste bei Diarrhoe, Erbrechen u.a.m.

Kurz und bündig ist auch die eGFR-basierte Medikamentendosierung nur sehr bedingt verlässlich. Viele Guidelines (siehe Tabelle 1) sind etwas «mutiger». Die vorliegende Arbeit [1] und auch eine relativ aktuelle Co­chrane-Analyse [2] empfehlen jedoch, NOAK nur bei eGFR >30 ml/min zu verwenden.

1 CJASN. 2018.

2 Cochrane Database Syst Rev. 2017;6;11:CD011373.

Verfasst am 25.05.2018

 

Abbildung 1

 

Tabelle 1: In der Schweiz zugelassene neue orale Antikoagulantien (NOAK) und deren Indikationen.

Aus: Rosemann A. MediX-Guideline Neue/Direkte orale Antikoagulantien 03/2018. © mediX schweiz. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von mediX schweiz).

Weitere wertvolle Informationen finde Sie hier.

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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